Inklusive Schulentwicklung

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Die ESF-Maßnahme „Förderung der Weiterbildung zur Individualisierung von Lehr- und Lernprozessen im Bereich inklusiver Schulentwicklung“umfasst zusätzliche Fortbildungsmaßnahmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Lehrer/innen im Bereich der Regionalen Schule und Gesamtschule im Zeitraum 2016-2022. Sie unterstützt die Strategie der Landesregierung zur Umsetzung der Inklusion im Bildungssystem in Mecklenburg-Vorpommern. Zur erfolgreichen Umsetzung der Inklusionsstrategie  sind entsprechende Lehrkräftefortbildungen erforderlich. Ziel des Landes ist es, ein inklusives Schulsystem umzusetzen und möglichst viele Schüler/innen mit besonderem Förderbedarf zukünftig statt an den Förderschulen des Landes an den Regionalen Schulen und an den Gesamtschulen zu unterrichten und somit die Zahl der Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen zu verringern. Dies soll insbesondere durch einen individualisierten Unterricht für alle Schüler/innen in der Sekundarstufe I erreicht werden.

Projektbeschreibung

Die Laufzeit der Maßnahme reicht vom 13. 4. 2016 bis 31. 7. 2022. Das Angebot wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds 2014 bis 2020 und des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von rund 9.9 Millionen Euro gefördert.
Weitere Fortbildungsmaßnahmen mit dem Fokus durchgängige Sprachbildung und interkulturelle Bildung befinden sich in der Planung und werden voraussichtlich ab 2017 umgesetzt.

Im Mittelpunkt steht die Fortbildung von Schulleitungen und Lehrkräften zu verschiedenen Aspekten der Inklusion im Bildungsbereich. Zielgruppe der Maßnahme sind insbesondere: Schulleitungen, Klassenleitungen, Sonderpädagoginnen/ Sonderpädagogen, Fachlehrkräfte und Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung (PmsA) der Sekundarstufe I.

Fokus der Fortbildungen:

  • Individualisierter Unterricht in heterogenen Lerngruppen
  • Umsetzung von Förderkonzepten im Unterricht
  • Arbeit mit Kindern mit Migrationshintergrund (z. B. sprachsensibler Unterricht)

In einem ersten Schritt erhalten die Lehrkräfte thematische Fortbildungen zur Professionalisierung von Handlungskompetenzen in heterogenen Lerngruppen. In einem zweiten Schritt wenden die Lehrkräfte erworbene Kompetenzen im Unterricht an und werden dabei von einer Prozessbegleitung unterstützt.

Die Fortbildung bietet den Lehrkräften die Möglichkeit des regelmäßigen professionellen Austauschs und der Reflexion. In der Fortbildung und Prozessbegleitung für Lehrkräfte mit Leitungsaufgaben werden bis zu 320 Schulleiter/innen und Stellvertreter/innen qualifiziert und erhalten auf der Grundlage des Fortbildungsdesigns die Möglichkeit, schulinterne Strategien zur inklusiven Beschulung zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.

In der sich anschließenden Fortbildung zur Akzeptanzbildung im Gesamtkollegium  werden die Lehrkräfte der Schule in Heterogenitätworkshops über die schulinterne Strategie informiert und können eigene Ideen und Ergänzungen einbringen. Jährlich können an diesem Workshop 40 Schulen teilnehmen, so dass am Ende der Maßnahme alle 160 Regionalen Schulen und Gesamtschulen des Landes teilgenommen  haben.

In den Fortbildungen und Prozessbegleitungen für Klassenleitungen und Fachlehrkräfte der Klassenstufen 5/6 finden auf Grundlage des Fortbildungsaufbaus und des Curriculums Veranstaltungen zu inklusiver Unterrichtsgestaltung statt. Diese Fortbildung steht gleichfalls allen Regionalen Schulen und Gesamtschulen des Landes  zur Verfügung und wird in vier Durchgängen für insgesamt 480 Lehrkräfte durchgeführt.

Daran anschließend erfolgt die Fortbildung Praxislernen für die Lehrkräfte der Klassenstufe 7. An diesen Fortbildungen nehmen in insgesamt vier Durchgängen 960 Lehrkräfte aller Regionalen Schulen und Gesamtschulen in MV teil.

Ein zusätzliches Angebot im Bereich Krisen- und Aggressionsmanagement ist die Fortbildung Pädagoginnen-/Pädagogentraining für alle Lehrkräfte aller Regionalen und Gesamtschulen in MV. In fünf Durchgängen werden alle 160 Regionalen Schulen und Gesamtschulen des Landes diesbezüglich weitergebildet.

Zusammenfassend erhält somit eine Schule ein komplexes Angebot an Fortbildung, Beratung und Begleitung im Bereich inklusiver Schulentwicklung. Diese Komplexität ist nowendig, um den Inklusionsprozess nachhaltig umsetzen zu können. Das ist nur mit Hilfe der zusätzlichen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds zu gewährleisten.

Im September 2016 haben die die ersten Fortbildungsmodule für Schulleiter/innen und deren Stellvertrete/rinnen begonnen. Sie erfahren dort beispielsweise, wie sie ein inklusives Gesamtkonzept ihrer Schule erstellen. Daran schließen sich weitere Module zur inklusiven Unterrichtsentwicklung an.

Ute Neumann

Ministerium für Bildung, Wissenschaft
und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Tel. 0385 588 7242
E-Mail: u.neumann@bm.mv-regierung.de