Zurück in die Schule

Schulmagazin "klasse!" über die Rolle der Eltern bei der Gestaltung von Schule

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Sie sind das Salz in der Suppe: Ohne das Engagement der Eltern hätte sich die Schule in MV nicht so positiv entwickelt. Davon ist Bildungsminister Mathias Brodkorb überzeugt: „Der Unterricht wird besser durch das Gespräch – darüber, was gut läuft, aber auch, was besser laufen könnte“. Für den Minister sind die Eltern wichtige Partner bei der Gestaltung und Entwicklung der Bildungswege der Schülerinnen und Schüler. Sein Appell an die Eltern: „Nutzen Sie ihre Möglichkeiten, an allen Entscheidungen in schulischen Angelegenheiten teilzuhaben“.
Derer gibt es viele. Von der Klassenversammlung bis zum Landeselternrat baut sich eine umfangreiche Mitwirkungspyramide auf, die mit Rat und manchmal auch mit Tat Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen und auch das Bildungsministerium unterstützt.

Die erste Stufe ist die Klassenelternversammlung. Sie trifft sich oft mehrmals im Jahr. Hier werden die Eltern über alles informiert, was an der Schule und in der Klasse los ist. Vor allem können hier mögliche Probleme aus dem Schulalltag
besprochen und Lösungen gesucht werden. Darum ist es auch ein ganz wichtiges Treffen, das Eltern möglichst wahrnehmen sollten.
Die Klassenelternversammlung darf auch wählen: Nämlich einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter sowie bis zu vier weitere Elternvertreter, die dann den Klassenelternrat bilden.

Der Klassenelternrat ist rund ums Schuljahr der erste Ansprechpartner für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer. Ob Klassenarbeiten oder Klassenfahrten, Probleme im Unterricht, Umgang der Kinder und Jugendlichen miteinander – die Klassenelternräte vermitteln und helfen.
Auf den Klassenelternrat folgt die Klassenkonferenz. Wieder per Wahl werden nun aus dem Rat Vertreter gewählt, die dann an den Sitzungen der Klassenkonferenz teilnehmen. Die Vorsitzenden der Klassenelternräte oder ein anderes ihrer Mitglieder bilden außerdem zusammen den Schulelternrat.
Die Klassenkonferenz berät und entscheidet über die Angelegenheiten, die ausschließlich die Klasse oder einzelne Schüler der Klasse betreffen.
Zum Beispiel:

  1. Fächerübergreifender Unterricht: Wie kann er gemeinsam organisiert werden?
  2. Lernkontrollen: Regelmäßig oder nur sporadisch?
  3. Hausaufgaben: Täglich zeitlich begrenzt und auch übers Wochenende?

Der Schulelternrat ist erster Elternansprechpartner der Schulleitung. Auch er wählt wieder einen Vorstand, darüber hinaus Vertreter für die Schulkonferenz und für die Fachkonferenzen. In der Regel bilden dann die Vorsitzenden dieser
Schulelternräte den Kreis- oder Stadtelternrat.
Der Kreis- oder Stadtelternrat berät die Schulen des Landkreises oder der kreisfreien Stadt in Fragen, „die von besonderer Bedeutung sind“, wie es in der „Elternfibel“ heißt, die Landeselternrat und Bildungsministerium gemeinsam herausgegeben haben. Er muss von den Schulträgern und Schulbehörden informiert und angehört werden. Einige Beispiele: Wie wird der Schülertransport organisiert – gerade auf dem Lande eine wichtige Frage –, was kann getan werden, um die Regionalen Schulen und ihre Angebote noch attraktiver zu gestalten, oder wie können die Schulen die flächendeckende Unterrichtsversorgung sichern?

Die Spitze der Pyramide bildet dann der Landeselternrat, der sich aus den Kreis- und Stadtelternräten zusammensetzt. Er vertritt gegenüber der obersten Schulbehörde die Interessen der Eltern von Schülerinnen und Schülern in MV (mehr dazu in der Infobox).
Wichtig ist vor allem dies: Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schulen und Behörden sollten fair und vertrauensvoll miteinander umgehen. Nur so können sich die Schulerfolge einstellen, die sich alle wünschen. Daher die Bitte von Bildungsminister Mathias Brodkorb: „Unsere Lehrkräfte sind mit viel Engagement und Zuwendung darum bemüht, allen Schülerinnen und Schülern bestmöglich gerecht zu werden. Dies ist nicht immer leicht und eine große Herausforderung. Stärken Sie bitte unseren Lehrerinnen und Lehrern auch in schwierigen Situationen den Rücken“.

Er ist die Spitze: Der Landeselternrat Mecklenburg-Vorpommern vertritt als höchstes Gremium die Interessen der Eltern gegenüber dem Bildungsministerium. Die Rechte des Rates sind gesetzlich geregelt: So muss er vor dem Erlass von Verordnungen und Verwaltungsvorschriften angehört werden und das Ministerium ist verpflichtet, alle allgemeinen Fragen rund um die Schule mit dem Rat zu erörtern und ihn darüber hinaus über wichtige Angelegenheiten zu informieren. Neun Eltern bilden derzeit den Vorstand und vertreten die einzelnen Kreise und Städte. Die Aufgaben des Landeselternrates reichen aber weit über die Zusammenarbeit mit dem Ministerium hinaus: Mitarbeit in vielen Gremien, Kontaktpflege zu den Parteien und der Presse oder – ganz wichtig – Mitwirkung im Bundeselternrat, der bei den Debatten zur Entwicklung unseres förderalistischen Schulsystems beteiligt ist.

Kontakt:
Geschäftsstelle Landeselternrat MV
Bisdorfer Weg 17, 18445 Hohendorf
Telefon: 038323 711-97, Fax: 038323 711-99
E-Mail: ler.mv@t-online.de
Internet: http://www.ler-mv.de/