Berufsorientierung

Richtlinie zur Berufsorientierung

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Die Vorbereitung auf das Berufsleben ist Teil der schulischen Allgemeinbildung, insbesondere an der Regionalen Schule. Berufsorientierung ist eine Aufgabe in gemeinsamer Verantwortung aller Lehrkräfte und Fächer, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten, den Fachkräften für Schulsozialarbeit und anderen Partnern.
Jede weiterführende Schule hat eine Kontaktlehrkraft, die die Berufsorientierung an der Schule koordiniert. Diese Lehrkraft ist Ansprechpartner und Berater für Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Partner. Maßgebend für die Gestaltung der Berufsorientierung ist die Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen.

Verwaltungsvorschrift: Berufs- und Studienorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, gültig ab 01.08.2017

Landeskonzept zum Übergang von der Schule in den Beruf

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Zur Weiterentwicklung des Übergangs von der Schule in den Beruf wurde im Bündnis für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit am 26.05.2014 ein Landeskonzept verabschiedet. Bestandteil dieses Konzeptes ist auch die Weiterentwicklung der schulischen Berufsorientierung in Abstimmung mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern und Sorgeberechtigten. Ziel ist es, alle Jugendlichen frühzeitig und mit Blick auf die individuellen geschlechterspezifischen Bedürfnisse strukturiert und systematisch auf dem Weg der Berufswahl zu begleiten. Dazu ist die schrittweise Umsetzung und Erprobung einzelner Maßnahmen in einem Modellvorhaben angedacht. Dabei werden sowohl die mit hohem Engagement und Erfolg an Schulen umgesetzten Konzepte der Berufsorientierung berücksichtigt als auch Neues erprobt.

Zum Landeskonzept zum Übergang Schule-Beruf

Modellvorhaben "Integrierte Berufsorientierung"

Worum geht es bei diesem Modellvorhaben?

21 allgemein bildende Schulen beteiligen sich am Modellvorhaben „Integrierte Berufsorientierung“, mit dem ab dem Schuljahr 2017/2018 eine Neuausrichtung der Berufsorientierung eingeleitet werden soll. Ziel ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf für die Schülerinnen und Schüler so zu gestalten, dass sie unter den zahlreichen Möglichkeiten und Angeboten besser herausfinden können, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten. Die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecher soll gesenkt werden. So werden die Modellschulen das Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik weiterentwickeln, Informatik und Medienkunde als eigenständiges Unterrichtsfach einführen, eine Potentialanalyse erstellen und die Berufsorientierung auch am Gymnasium voranbringen.
Dazu fand am 28. Februar 2017 im Bildungsministerium mit Minsterin Birgit Hesse und mit rund 60 Lehrkräften aus den beteiligten Schulleitungen sowie Referentinnen und Referenten des IQ M-V eine Auftaktveranstaltung statt.


Welche Schulen nehmen teil?

Diese 21 Schulen nehmen am Modellvorhaben teil.

Name der Schule

Schulform

Ort

Schulamt

Förderschule Jan-Amos Komensky

FöS

18356 Barth

Greifswald

Förderzentrum Ribnitz-Damgarten

FöS

18311 Ribnitz-Damgarten

Greifswald

Bernsteinschule

RegS

18311 Ribnitz-Damgarten

Greifswald

Regionale Schule Recknitz-Trebeltal

RegS

18465 Triebsees

Greifswald

Schule am Bodden

RegS

17498 Neuenkirchen

Greifswald

Regionale Schule Tom Beyer

RegS

18586 Ostseebad Göhren

Greifswald

IGS Erwin Fischer

IGS

17491 Greifswald

Greifswald

Gymnasiales Schulzentrum Barth

KGS

18356 Barth

Greifswald

Schulzentrum am Sund

KGS

18439 Stralsund

Greifswald

Richard-Wossidlo-Gymnasium

Gym

18311 Ribnitz-Damgarten

Greifswald

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium

Gym

18528 Bergen auf Rügen

Greifswald

Sonderpädagogisches Förderzentrum Pestalozzi

FöS

17192 Waren

Neubrandenburg

Jawaharlal-Nehru-Schule

RegS

17235 Neustrelitz

Neubrandenburg

IGS Vier Tore Neubrandenburg

IGS

17033 Neubrandenburg

Neubrandenburg

Fritz-Greve-Gymnasium

Gym

17139 Malchin

Neubrandenburg

Käthe-Kollwitz-Schule

RegS

18246 Bützow

Rostock

Innerstädtisches Gymnasium

Gym

18055 Rostock

Rostock

Regionale Schule "Bertolt Brecht"

RegS

23966 Wismar

Schwerin

Ostseeschule Wismar

RegS

23968 Wismar

Schwerin

Regionale Schule mit Grundschule "Am Schweriner See"

RegS

23996 Bad Kleinen

Schwerin

Gerhart-Hauptmann-Gymnasium

Gym

23966 Wismar

Schwerin

Wie läuft das Modellvorhaben ab?

Mit den beteiligten Schulen werden bis Ende des Schuljahres 2018/2019 in verschiedenen Etappen Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsorientierung entwickelt und erprobt:

  • Schuljahr 2016/2017: Konzeptionsphase: Erarbeitung der inhaltlichen Voraussetzungen für die Arbeit in den Schulen (Inhalte und Stundentafel)
  • Schuljahr 2017/2018: Erprobungsphase
  • Schuljahr 2018/2019: Erprobungsphase/Auswertung und Vorbereitung der landesweiten Implementierung


Die Arbeit erfolgt in Arbeitsgruppen:

  • AG Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT) in der Regionalen Schule/Ziel: Überarbeitung des Rahmenplanes für den nichtgymnasialen Bildungsgang
  • AG Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT) im gymnasialen Bildungsgang/Ziel: Überarbeitung des Rahmenplanes für den gymnasialen Bildungsgang
  • AG Informatik und Medienkunde/Ziel: Entwicklung eines Rahmenplanes für ein neues eigenständiges Fach „Informatik und Medienkunde“
  • AG Potenzialanalyse/Ziel: Entwicklung eines an Schulen anwendbaren Verfahrens zur Ermittlung berufswahlrelevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • AG Berufsorientierung und Inklusion/Ziel: Erarbeitung eines Konzeptes im Wirkungszusammenhang Berufsorientierung und Inklusion

Die Schulen werden durch die zuständigen Fachreferentinnen und Fachreferenten des Institutes für Qualitätsentwicklung M-V sowie bei der AG Potenzialanalyse durch die Universität Rostock begleitet.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Land MV und die Bundesagentur für Arbeit werden dabei zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen abstimmen. Das sieht eine Vereinbarung zwischen ihnen vor, die im Rahmen der Bundesinitiative „Bildungsketten“ abgeschlossen wurde. Das Modellvorhaben wird ab August 2017 durch eine Koordinierungsstelle unterstützt, die von Land und Bund finanziert wird.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Land MV und die Bundesagentur für Arbeit werden dabei zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen abstimmen. Das sieht eine Vereinbarung zwischen ihnen vor, die im Rahmen der Bundesinitiative „Bildungsketten“ abgeschlossen wurde. Das Modellvorhaben wird ab Mitte des Jahres durch eine Koordinierungsstelle unterstützt, die von Land und Bund finanziert wird.

Berufswahlpass

Der Berufswahlpass ist ein Angebot, das die individuelle Berufsorientierung strukturiert. Unter Anleitung der Lehrkraft des Faches AWT und Informatik und in Zusammenarbeit mit allen Fachkräften des jeweiligen Jahrgangs dokumentieren die Jugendlichen ab Klasse 7 ihre Entwicklung der individuellen Berufswahlkompetenz. Die Nutzung des Berufswahlpasses ist gemäß der oben genannten Richtlinie für alle Schulen verbindlich.

Zum Berufswahlpass mit allen Informationen und Materialien

Schülerfirmen

Schülerfirmen planen, produzieren und verkaufen Produkte oder bieten Dienstleistungen an. Sie haben eine Geschäftsidee und orientieren sich an ganz realen Unternehmensformen. Sie sind aber keine realen Firmen, auch wenn sie mit begrenztem Umsatz und Gewinn arbeiten dürfen. Schülerfirmen trainieren Teamarbeit, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein. Dabei erhalten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler einen guten Einblick in die spätere Arbeitswelt. Eine Schülerfirma bietet jungen Menschen die einmalige Chance, im Rahmen eines pädagogischen Projektes ihre Fähigkeiten auszuprobieren, ihre Interessen einzubringen und wertvolle Erfahrungen für ihr späteres Arbeitsleben zu sammeln. Gleichzeitig gewinnen sie Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge und üben sich darin, wirtschaftlich zu denken und zu handeln.

Das Landesportal für Schülerfirmen mit Informationen, Aktivitäten und Fortbildungsangeboten

Potenzialanalyse

Eine Potenzialanalyse ist ein Verfahren zur Feststellung fachlicher und überfachlicher (berufswahlrelevanter) Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Sie kann dabei helfen, die eigenen Stärken und Verbesserungspotenziale bezogen auf schulische Leistungen und berufliche Perspektiven herauszufinden. In Mecklenburg-Vorpommern werden Potenzialanalysen an einigen Schulen durch außerschulische Expertinnen und Experten durchgeführt. Finanziert werden diese durch den Bund.

Alle Infos zur Potenzialanalyse

Das Berufswahl-SIEGEL MV

Das Berufswahl-SIEGEL MV würdigt das Engagement für eine besonders bedarfsgerechte Berufs- und Studienorientierung, reflektiert den Schulen den Stand ihrer Arbeit auf diesem Gebiet und motiviert für die weitere Verbesserung und Komplettierung ihrer berufsorientierenden Prozesse. Anliegen des Berufswahl-SIEGEL MV ist ein kontinuierlicher Prozess zur Qualitätssicherung in allen Schulen des Landes.

Alle Informationen zum Berufswahl-SIEGEL MV

Partner: Agentur für Arbeit

In jeder regionalen Agentur für Arbeit gibt es eine zuständige Berufsberaterin oder einen zuständigen Berufsberater für jede Schule. Die regionale Agentur für Arbeit ist Hauptansprechpartnerin oder die der erste Ansprechpartnerin für die Berufsorientierung. Neben der Berufsberatung für die Schülerinnen und Schüler unterstützten sie auch beim Finden von Praktikumsplätzen. Für Lehrerinnen und Lehrer wird ein breites mediales Unterstützungsangebot bereit gestellt, zum Beispiel www.planet-beruf.de
Die Agenturen für Arbeit unterstützen auf Anfrage auch bei der Erstellung eines schuleigenen Berufsorientierungskonzeptes.
Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit erfolgt auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung .
Weitere Informationen zu zusätzlichen außerschulischen Berufsorientierungsmaßnahmen (Module 1 bis 5 ) erhalten Sie ebenfalls von der zuständigen Berufsberatungsfachkraft.
Über Ihre regionale Agentur für Arbeit erfolgen auch die Ausschreibungen zu außerschulischen Maßnahmen der Berufsorientierung. Die Grundlage dafür ist die Rahmenvereinbarung zwischen dem Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus und der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit über die kooperative Umsetzung von Berufsorientierungsmaßnahmen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Zur Bundesagentur für Arbeit

Partner: Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten in vielen Arbeitskreisen SCHULEWIRTSCHAFT Unternehmen und Schulen zusammen, um Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Unternehmen zu unterstützen. Die Themen und Schwerpunkte sind vielfältig und regional verschieden.

Ziele und Aufgaben, Veranstaltungen, Service

Katja Köhne
Ministerium für Bildung, Wissenschaft
und Kultur MV
Tel: 0385 588 7511
E-Mail: k.koehne@bm.mv-regierung.de

Vom Schuljahr 2017/2018 an wird MV, wie die übrigen Bundesländer auch, den Girls'Day und den Boys'Day zusammenlegen.
Der erste kombinierte Girls'Day/Boys'Day findet  unter dem Motto "klischeefrei" am 26. April 2018 statt. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5, die den Tag zum Kennenlernen von "geschlechter-untypischen" Berufen oder Studienrichtungen nutzen möchten.

Der Girls´Day - Mädchenzukunftstag ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit 2001 wird er in MV durchgeführt.
Ab 2011 gab es auch für Schüler in MV ein entsprechendes Angebot: den Boys'Day, an dem sie sich mit Berufen aus den Bereichen Soziales, Pflege, Erziehung oder Dienstleistung vertraut machen konnten.

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Seit Februar 2015 gibt es ein neu entwickeltes Angebot von Modulen zur Berufsorientierung für Schulen. Sie erleichtern allen Beteiligten die Wege zur Berufswahlentscheidung.